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Handlungsleitfaden für die Briefaktion Negativbescheinigung an Jugendämter

Ein Stück Papier, das jede Reise teuer macht


Wer als Solomutter mit ihrem Kind ins Ausland reist, kennt das Dokument: die Negativbescheinigung. Sie bestätigt, dass kein zweiter Elternteil mit Sorgerecht eingetragen ist – und sie ist an vielen Grenzen unverzichtbar, um nachzuweisen, dass die Reise rechtens ist. Ein wichtiges Dokument, das eigentlich Sicherheit geben soll.


Das Problem: In fast ganz Deutschland wird diese Bescheinigung ausschließlich auf Deutsch ausgestellt. Für jede Reise ins Ausland muss sie deshalb auf eigene Kosten beglaubigt übersetzt werden – rund 80 Euro pro Übersetzung, bei einer Gültigkeit von oft nur sechs Monaten. Für Familien, die regelmäßig reisen oder Verwandtschaft im Ausland besuchen, summiert sich das schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr. Für ein Dokument, dessen Inhalt sich nie ändert. Und das nur deshalb, weil unsere Familienform im System schlicht nicht mitgedacht wurde.


Dass es auch anders geht, zeigt das Jugendamt Düsseldorf: Dort wird die Negativbescheinigung seit Kurzem zweisprachig auf Deutsch und Englisch ausgestellt. Unbürokratisch, ohne rechtliche Hürde – einfach, weil es Sinn ergibt. Genau das wollen wir jetzt für ganz Deutschland erreichen.

Mit dieser Aktion wenden wir uns direkt an die Jugendämter und die politisch Verantwortlichen vor Ort. Und du kannst mitmachen: Mit einer fertigen Briefvorlage, ein paar Minuten Zeit und einer E-Mail.


So geht’s

  • Schritt 1:

    • Kopiere den Text aus der Briefvorlage

  • Schritt 2:

    • Schreibe an dein Jugendamt und die für das Jugendamt zuständige Bürgermeisterin,

    • Bezirksbürgermeisterin, Stadträtin/Dezernentin oder Landrätin.


Variante 1:

Finde den Kontakt deines Jugendamtes. Google hierfür „Jugendamt ORTSNAME“.

Größere Städte haben oft Seiten mit Übersichten (Bspw. Berlin: https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/aemter/jugend/a-z/).

Sende die Nachricht entweder an die allgemeine Kontaktadresse oder Suche nach „Sorgerecht“ und sende sie an die Adresse, die als Kontakt für die Negativbescheinigung angegeben ist. Viele Jugendämter lassen inzwischen Anträge für Negativbescheinigungen per E-Mail zu - die dafür passende Adresse ist ein guter Ansatzpunkt.

Versende die Briefvorlage an diese Adresse, unterzeichne mit deinem Namen/Solomutter (o.ä.) von deinem Email Account aus. Absenden und schon ist es geschafft


Variante 2:

Finde heraus ob dein Jugendamt einer Bürgermeisterin, einer Bezirksbürgermeisterin oder einer Landrätin unterstellt ist. Google hierfür „Welcher Politikerin ist das Jugendamt „ORTSNAME“ unterstellt?“.

Wenn es einem Landratsamt unterstellt ist, adressiere am besten die Landrätin/den Landrat.

Wenn es einer Bürgermeisterin oder Bezirksbürgermeisterin unterstellt ist, adressiere am besten diese. Die Kontaktinformationen finden sich meist auf den Webseiten des Rathauses, des Bezirksamtes oder des Landratsamtes. Versende die Briefvorlage mit den Namen der

Bürgermeiterin/Bezirksbürgermeisterin/Landrätin, unterzeichne mit deinem Namen/Solomutter (o.ä.) von deinem Email Account aus. Absenden und schon ist es geschafft


Und wenn du noch mehr tun möchtest: Schick die Briefvorlage weiter und bitte Freunde, Familie, Unterstützer:innen, Gleichgesinnte, ebenfalls Briefe an Abgeordnete zu schicken. Wir werden immer mehr und setzen uns zusammen für unsere Familien ein!

Herzlichen Dank für deine Teilnahme!



Entwurf E-Mail


Sehr geehrte Damen und Herren,


Ich wende mich heute an Sie mit einem Vorschlag zur Lösung eines praktischen Problem

machen, das mich als Solomutter und viele Alleinerziehende bei Auslandsreisen betrifft und das sich - wie das Jugendamt Düsseldorf bewiesen hat - einfach lösen ließe.

Für Reisen mit ihrem Kind benötigen Solomütter/-eltern regelmäßig eine sogenannte Negativbescheinigung. Dieses wichtige Dokument stellen Sie als Jugendamt aus und es bestätigt, dass kein zweiter Elternteil mit Sorgerecht im Sorgerechtsregister des Jugendamtes eingetragen ist. Es ist ein notwendiges Instrument, um u.a. Kindesentführungen zu verhindern und an Grenzübergängen die alleinige Reisegenehmigung der Mutter nachzuweisen.

Die Kostenfalle der Bürokratie

Die Negativbescheinigung wird in Deutschland fast ausschließlich auf Deutsch ausgestellt

- lediglich das Jugendamt Düsseldorf stellt es seit kurzem zweisprachig auf Englisch und Deutsch aus.

Das führt zu einer unnötigen, aber teuren Hürde: Für jede Auslandsreise muss das Dokument auf eigene Kosten beglaubigt ins Englische übersetzt werden. Diese Kosten summieren sich schnell. Mit durchschnittlich 80 € pro Übersetzung und einer oft nur kurzen Gültigkeit der Bescheinigung (ca. 6 Monate) entsteht für uns Solomütter eine erhebliche finanzielle Belastung. Eine Ein-Eltern-Familie, die mehrmals im Jahr reist oder internationale Verwandtschaft besucht, gibt so schnell Hunderte von Euro für ein Dokument aus, das inhaltlich unverändert bleibt – und das allein deshalb, weil ihre Familienkonstellation im System nicht mitgedacht ist. Während andere Familienformen eine einfache formlose Erklärung nutzen können, entsteht für Ein-Eltern-Familien ein immer wiederkehrender bürokratischer und finanzieller Aufwand.

Unser Vorschlag: Zweisprachige Version

Wir schlagen Ihnen daher vor, die Negativbescheinigung standardmäßig in einer zweisprachigen Version (Deutsch/Englisch) auszustellen. Das Jugendamt Düsseldorf ist diesen Schritt bereits kürzlich

gegangen und hat bewiesen, dass es problemlos möglich ist. Dies wäre ein unbürokratischer und bürgernaher Schritt. Es handelt sich hierbei nicht um eine rechtliche Änderung der Amtssprache, sondern um eine sinnvolle Ergänzung für internationale Kontexte, wie sie in vielen anderen Bereichen bereits üblich ist (Bspw. Internationale Geburtsurkunde, Personalausweise, Pass, etc.).

Unser Anliegen ist es, dass diese praktikable Lösung flächendeckend in ganz Deutschland verfügbar ist und Solomütter bei der Vereinbarkeit von Familie und Reisen aktiv unterstützt werden. Daher schreibe ich Sie heute an, mit der Bitte die Umsetzung auch für das Jugendamt NAME zu prüfen.

Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt auf große Akzeptanz stoßen würde und ein starkes Signal für die Unterstützung von Ein-Eltern-Familien wäre. Gerade alleinerziehende Familien haben nicht nur im Schnitt weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, insbesondere ist Zeit eine noch knappere und wertvollere Ressource, so dass eine solche einfache Lösung eine große Entlastung bedeuten könnte.

Gerne steht Ihnen auch der Verein Solomütter Deutschland e.V. (Kontakt@smd-verein.de) jederzeit für einen persönlichen Austausch zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

[DEIN NAME]

 
 
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